Klöckner Pentaplast sichert Kapazitäten für pflanzenbasiertes Polymer releaf® zur Prüfung in thermogeformten Lebensmittelverpackungen.
Klöckner Pentaplast (kp films) hat eine Kapazitätsreservierungsvereinbarung mit Avantium N.V. unterzeichnet, um sich künftig verfügbare Mengen des pflanzenbasierten Polymeren PEF — vermarktet unter dem Namen releaf® — für die Erprobung in thermogeformten Lebensmittelverpackungen in Europa zu sichern. Die Vereinbarung soll den Zugang zu Material aus möglichen industriellen Lizenzanlagen gewährleisten, die auf Basis der Technologie von Avantium von Lizenznehmern gebaut und betrieben werden könnten.
Avantium beschreibt releaf® als ein Hochleistungspolymer auf Basis von FDCA (Furandicarbonsäure), das aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird. Releaf® weist nach Angaben der Unternehmen vielversprechende Barriereeigenschaften gegenüber Sauerstoff und Kohlendioxid auf. Diese Eigenschaften bieten das Potenzial, die Haltbarkeit in bestimmten starren Lebensmittelverpackungen zu verlängern, wodurch sich die Frische von Lebensmitteln verbessern und Lebensmittelverschwendung verringert werden könnten.
Parallel dazu wird geprüft, ob die Barriereeigenschaften auch für flexible Deckfolien und Schlauchbeutelverpackungen mit hohen Barriereanforderungen geeignet sind. Ein weiteres Merkmal, das in der Vereinbarung hervorgehoben wird, ist der potenziell geringere CO2-Fußabdruck von releaf®, der Marken und Lebensmittelherstellern helfen könne, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Darüber hinaus sehen die Partner in dem Material eine Möglichkeit, Verpackungsstrukturen zu entwickeln, die auf Recyclingfähigkeit ausgelegt sind, und damit Alternativen zu herkömmlichen mehrschichtigen Schalen bieten, deren Recycling als schwierig gilt. Die Kapazitätsreservierung soll laufende Evaluierungsmaßnahmen erleichtern und kp den potenziellen zukünftigen Zugang zu releaf® ermöglichen, vorausgesetzt das Material erfüllt die erforderlichen technischen, regulatorischen und kommerziellen Kriterien.
Samuel Pardo, Senior Innovations Manager bei Klöckner Pentaplast
Samuel Pardo betonte, dass das Unternehmen kontinuierlich neue Verpackungsmaterialien prüfe, um Kunden bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen, ohne die für Lebensmittelverpackungen notwendige Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Im Rahmen der Vereinbarung wolle kp die Leistung, Verarbeitbarkeit und Eignung von releaf® weiter bewerten.
Marco Jansen, Avantiums Chief Commercial Officer
Marco Jansen erklärte, dass thermogeformte Lebensmittelverpackungen einen wichtigen Markt für PEF darstellen. Die Kombination aus Barriereeigenschaften, Recyclingfähigkeit und erneuerbarer Herkunft könne hier einen konkreten Mehrwert schaffen. Die Kapazitätsreservierung spiegelte ein wachsendes Marktinteresse an PEF wider und unterstütze Avantiums Strategie, durch Technologielizenzierung ein globales Netzwerk lizenzierter PEF-Produktionsanlagen aufzubauen.
Die Vereinbarung zwischen kp und Avantium ist demnach ein Schritt hin zu möglichen kommerziellen Anwendungen von releaf® in Europa, gleichzeitig aber an die Bedingung geknüpft, dass das Material in den Tests die relevanten Anforderungen erfüllt.



